# 3 Und plötzlich geht nichts mehr - Burnout

 Eigentlich war der 19. Oktober 2017 ein schöner, sonniger, warmer Herbsttag, aber ich hatte Stress – wie jeden Tag, jede Woche, jeden Monat…

 

Jahrelang wollte ich, dass alles läuft – nicht perfekt, aber es musste laufen. Dass ich mich verändert hatte, ignorierte ich, auch die vielen Warnhinweise, die mein Körper mir zeigte -  ich hatte ja keine Zeit darüber nachzudenken. Kinder, Haushalt, Vollzeitjob, Freunde… Ich wollte es möglichst jedem recht machen, hab an jeden gedacht, nur eine wichtige Person hatte ich vergessen – mich selbst!

 

Und ganz plötzlich an diesem Nachmittag, saß ich im Garten meiner Oma und heulte mir die Augen raus, weil ein eigentlich kleines Problem das Fass zum Überlaufen brachte.

 

Nebenan war die Schule von Bubbes und ich hörte, wie Kinder seinen Namen riefen, die Kirchturmuhr läutete... das Leben ging weiter, meins blieb stehen und in mir war nur Leere…

 

Ab diesem Tag ging nichts mehr; bin nur noch für die Kinder aufgestanden. Richtig gegessen hatte ich schon länger nicht mehr. Ich hatte einfach keinen Hunger und mir war übel – jeden Tag! Seit Ewigkeiten hatte ich Kopf- und Gliederschmerzen, die ich mit Ibu bekämpfte.

 

Wir hatten Urlaub und es vergingen ein paar Tage. Ich schlief viel, war aber immer gerädert und heulte ständig los. Ich brauchte Hilfe und ging zu meiner Ärztin:

 

Überforderungssyndrom, Erschöpfung - aus dem Verkehr gezogen!

 

Erst da wurde mir wirklich bewusst, was mit mir los ist, auch wenn ich immer noch nicht soweit war zu verstehen, was sich ändern muss. Ich war immer noch der Meinung mein Leben MUSS so sein, ich MUSS schnell wieder fit werden um GENAU SO weitermachen zu können, weil es so MUSS.

 

An die folgenden Wochen kann ich mich kaum erinnern, denn mein Gedächtnis war sehr angekratzt. Meine Situation verschlimmerte sich trotz Auszeit. Ich war nervös, zittrig und unendlich müde. Ich sah zwar immer noch alles, was so liegen geblieben war, war aber nicht in der Lage es wegzuräumen. Von einer Feier nachts nach Hause kommend, war ich nicht in der Lage, das friedlich schlafende Erdbeermädchen ins Bett zu tragen - ich hatte keine Kraft mehr. Jede kleine Aufgabe überforderte mich.

 

Mein Weg führte mich zu KannstJa. Tanja machte mit mir ein paar sehr anstrengende, aber äusserst hilfreiche Coachings und so schaffte ich es Schritt für Schritt in meiner Laune-Skala nach oben (0= schlecht, 100= super).

 

Heute, nach 4 Monaten, ist meine Zahl 90, aber das bleibt nicht so. Es wird hoch und runter gehen und Jahre dauern, bis ich mit mir und allem im Reinen bin. Und auch wenn Du mich an einem Tag fröhlich tanzen, lachen und singen siehst, alles gut scheint, kann ich am nächsten Tag betrübt zu Hause sitzen, heulen und nur das Nötigste sprechen.

 

Ich sehe es positiv, mein Weg wird nie leicht sein, aber zum Glück muss ich nicht denselben Weg gehen, den ich gekommen bin.

Wie findet Ihr Euch in dieser schnelllebigen, stressigen Welt zurecht? Habt Ihr auch manchmal einfach nur die Schnauze voll und wollt nichts hören und nichts sehen? Schreibt's mir gerne mal :-)

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Karin (Montag, 05 März 2018 10:51)

    Mich hat nach fast 1 Jahr Stress durch eine bevorstehende Versetzung ein fieses Ohrgeräusch zur Pause gezwungen. Ich hab fast nur noch piepen gehört, was sich auch nicht mehr verdrängen ließ... Es ist besser, aber weg geht es wohl nicht mehr.
    Inzwischen bin ich an der neuen Stelle und versuche mich nicht selbst zu sehr unter Druck zu setzen es schnell schaffen zu müssen. Ich hoffe dass ich die durch Schichtdienst unter der Woche entstehenden Pausen zu Hause nutzen zu können und zum. Beispiel. Ohne Kids und Co einkaufen und putzen zu können. Auch wenn ich meine lieben dafür alle 2 Wochenenden alleine lassen muss

  • #2

    Sandrinchen (Montag, 05 März 2018 11:47)

    Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich hoffe sehr, dass Du dadurch ein bisschen stressfreier sein kannst und mehr Zeit für Dich hast. Alles Gute :-)